Geplanter Windpark Holmkjer in Stangheck

Dringender Appell an alle Bürgerinnen und Bürger

Stoltebüll, 9. Januar 2026

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

mein Name ist Christoph Neuhaus, ich wohne mit meiner Familie im Vogelsangholz in Stoltebüll. Ich wende mich heute in einer Angelegenheit an Sie, die uns alle direkt betrifft und die ich mit großer Sorge und – ich sage es offen – mit erheblicher Konsternierung verfolge: die offenbar geplante Errichtung eines Windparks im Holmkjer in Stangheck.

Die Faktenlage

Meine zentrale Frage: Wie kann das sein?

Wie ist es möglich, dass ein demokratisch gefasster Bürgerbeschluss, eine klare Willensbekundung unserer Gemeinde, nach zehn Jahren einfach ignoriert wird? Dass ein Sperrgebiet still und heimlich aufgehoben wird, ohne die Bürgerschaft angemessen einzubeziehen? Dass kein einziges Mitglied des Gemeinderates den Mut hatte, gegen diese Pläne zu stimmen?

Ich bin mir bewusst, dass dies rechtlich möglicherweise zulässig ist. Aber es ist in meinen Augen ein Affront gegen die demokratische Kultur unserer Gemeinde und gegen jeden Anstand gegenüber den Bürgerinnen und Bürgern, die hier leben, investiert haben und deren Vertrauen missbraucht wird.

Die wirtschaftliche Dimension

In besagtem Schreiben wird offen zugegeben, dass es primär um finanzielle Interessen der Gemeinde geht – konkret um die Finanzierung des Gemeindehauses. Ich habe vollstes Verständnis dafür, dass Gemeinden vor finanziellen Herausforderungen stehen. Aber die gewählte Lösung ist unverhältnismäßig und destruktiv.

Studien belegen, dass Immobilien in Windparknähe Wertverluste von bis zu 30 % erleiden können. Nehmen wir konservativ an, dass 20 Haushalte direkt betroffen sind, mit einem durchschnittlichen Immobilienwert von 450.000 Euro. Das entspricht einer Wertvernichtung von 2,7 Millionen Euro – nur bei den direkt Betroffenen.

Rechnet man weitere betroffene Immobilien hinzu, bewegen wir uns vermutlich im zweistelligen Millionenbereich.

Alternative Lösungen gibt es

Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, wie Gemeinden ihre Finanzen nachhaltig stärken können: die Ansiedlung von Unternehmen durch attraktive Bedingungen, Kooperationen mit Nachbargemeinden, kreative Zweitnutzungskonzepte für kommunale Gebäude oder die gezielte Ansprache von Investoren.

Naturschutz – unsere Verantwortung für kommende Generationen

Keine zwei Kilometer Luftlinie entfernt liegt das Naturschutzgebiet Stoltebüll/Grimsau – ein wertvoller Küsten- und Marschlandbereich mit Feuchtgebieten, Salzwiesen und wichtigen Brutgebieten für Wasservögel.

Ein Windpark im Holmkjer würde nicht nur die Lebensqualität der Anwohner und den Wert ihrer Immobilien gefährden, sondern auch empfindliche Ökosysteme.

Was mich besonders beunruhigt

Der Schlusssatz des Briefes von Herrn With bringt die Haltung auf den Punkt: Bürger werden gebeten, sich mit ihren Fragen direkt an den Windparkbetreiber zu wenden.

Mein Appell an Sie alle

Ich fordere hiermit:

Wenn diese Mindestanforderungen nicht erfüllt werden, sehe ich keine andere Möglichkeit, als weitergehende demokratische Schritte zu prüfen.

Wenn Sie diese Bedenken teilen, melden Sie sich bitte bis zum 20. Januar 2026:

E-Mail: christoph@chnfinance.com
Telefon: +49 160 926 081 71

Anlagen (Appendix)

Anlage I: Schreiben des Bürgermeisters der Gemeinde Stangheck (28.10.2025)

Originaldokument – als Abbildungen (unverändert).

Schreiben des Bürgermeisters Stangheck – Seite 1 Schreiben des Bürgermeisters Stangheck – Seite 2

Anlage II: Planungsstand Windkraftplanung – BWP Stangheck GmbH & Co. KG (04.09.2024)

Auszüge aus der Planungsdokumentation, dargestellt als Abbildungen (unverändert).

Anlage II – Auszug aus Potentialflächenkarte (LEP 2024) Anlage II – Potenzialfläche Windkraft Stangheck Anlage II – Planungsrechtliche Grundlagen und Abstandsregelungen

Anlagen / Appendix

Zur vollständigen Transparenz stellen wir nachfolgend die relevanten Dokumente im Wortlaut zur Verfügung.

Anlage I: Schreiben des Bürgermeisters der Gemeinde Stangheck (Oktober 2025)

Gemeinde Stangheck – Der Bürgermeister
Stangheck, den 28.10.2025

Sehr geehrte Frau Tischler,

vielen Dank für Ihren Brief vom 01.06.2025. Ihr Schreiben bzw. Ihre Bedenken habe ich den Mitgliedern der Gemeindevertretung vorgetragen.

Ihre Sorgen und Einwände zur Windkraftplanung am Holmkjer Wald können wir in Teilen verstehen.

Nach langen intensiven Gesprächen innerhalb der Gemeindevertretung sind wir zu dem Entschluss gekommen, dass wir die Windkraftplanung in der Gemeinde befürworten, da sich für unsere Gemeinde positive Aspekte und Effekte für die aktuellen und zukünftigen Generationen ergeben werden.

Wir stellten fest, dass die Gemeinde Stangheck ohne künftige Einnahmequellen keine eigenständige Zukunft haben wird. Der Gemeindehaushalt wird zukünftig noch weiter belastet werden, aufgrund von wichtigen Projekten z. B. auf Amtsebene (Amtshauserweiterung, Grundschulerneubau Sterup, Mensa-Bau Gemeinschaftsschule Sterup) oder auf Gemeindeebene (neue Fahrzeugehalle für ein neues Feuerwehrfahrzeug).

Die Schlüsselzuweisungen des Landes wurden in den letzten Jahren immer weiter gekürzt und decken unsere jährlichen Verpflichtungen seit langem nicht mehr.

Ihre Besorgnis zu den Themen Schattenwurf, Geräuschemission sowie der Schutz für die Großvögel werden durch gesetzliche Vorgaben und neueste Technik auf ein erträgliches Maß minimiert.

Zum Thema Tourismuseinbußen verweisen wir auf die Studie des Instituts für Tourismus- und Bäderforschung (NIT) aus dem Jahr 2014. Die negativen Auswirkungen werden dort für gering befunden.

Wir von der Gemeindevertretung werden für unseren Ort und für uns alle das bestmögliche Ergebnis für eine gemeinsame gute Zukunft hier in Stangheck verhandeln.

Für weitere Fragen oder Anregungen sind Sie jederzeit zu unseren Gemeindevertretersitzungen recht herzlich eingeladen, um diese zu diskutieren. Für detaillierte Fragen können wir auch gerne den Kontakt zum Projektierer der Windkraftplanung herstellen.

Im Namen der Gemeindevertretung
Björn With
Bürgermeister der Gemeinde Stangheck

Hinweis: Dieses Schreiben wurde von einem Arbeitskreis, der aus einigen Gemeindevertretern besteht, verfasst.